Im Garten der Zukunft

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Der STIHL Smart Garden Hub – der STIHL GCI 100 – steht wie kaum ein anderes Produkt für das Thema Vernetzung. Zum einen setzt er neue Maßstäbe für die Ver­netzung von Produkten und ­Online-Diensten, zum anderen bringt er das Know-how des ­Waiblinger Stammhauses mit dem der Experten für Gartengeräte bei ­VIKING in Österreich zu­sammen.

Den Weg von Waiblingen nach Langkampfen – und umgekehrt – kennen Dr. Konrad Christ und Harald Aschaber inzwischen fast auswendig. Knapp 350 Kilometer und mehr als drei Stunden Fahrt trennen ihre Arbeitsplätze normalerweise. Für ein Projekt, das es so bislang weder bei STIHL, wo Dr. Konrad Christ ­eine Gruppe für Software-Entwicklung leitet, noch bei VIKING, wo ­Harald Aschaber im Produktmanagement arbeitet, gegeben hat, sind die zwei Kollegen deutlich enger zusammengerückt. Unter ihrer Federführung wurde der STIHL GCI 100, der STIHL Smart Garden Hub, entwickelt. Ein Produkt, das nicht nur die Bewässerung im heimischen Garten effizienter und intelligenter gestaltet, sondern auch der Beginn einer Vision vom smarten Garten der Zukunft ist.

NEUE WEGE ALLERORTEN

„Neue Produkte folgen – sowohl bei STIHL als auch bei VIKING – normalerweise einem relativ einfachen Prinzip: höhere Leistung bei weniger Gewicht.“ Wenn Dr. Konrad Christ das sagt, muss er schmunzeln. Denn wenn etwas so gar nicht „wie immer“ ist, dann ist es das Projekt Smart Garden Hub. Mit ihm gingen die klugen Köpfe aus Baden-Württemberg und Tirol ganz neue Wege. Nicht nur, dass die Neuheit das erste komplett digitale Produkt des Waiblinger Unternehmens ist – auch das Feld, auf dem es zu Hause ist, ist Neuland. Geht es doch vor allem um den automatischen und gleichzeitig ressourcenschonenden Einsatz von Wasser im Garten.

Gerade im Sommer ist es ein weit verbreitetes Bild: Schlauch aus dem Schuppen holen, erst ab-, dann wieder aufrollen, Gießkannen schleppen, Beet für Beet sorgfältig wässern. Wer es etwas bequemer mag, setzt heute bereits auf automatische Bewässerungssysteme. Die schwere Arbeit fällt weg, kein Nachbar muss während der Urlaubszeit nach dem Rechten sehen. Aber: „Diese Systeme sind meist veraltet und haben einen ganz großen Nachteil“, sagt Harald Aschaber: „Sie sind dumm.“ Übersetzt heißt das, dass gerade ältere Anlagen zwar einfach zu bedienen sind, aber auch einem ziemlich starren Muster folgen: Es wird stets zu festgelegten Zeiten in bestimmten Intervallen bewässert. Wettereinflüsse oder die aktuelle Bodenfeuchte spielen dabei keine Rolle – von weiteren Parametern wie etwa die Pflanzenart oder Verdunstung ganz zu schweigen.

»Wir begeben uns mit dem STIHL GCI 100 auf ein ganz neues, sehr spannendes Feld. Unser Ziel ist es, dass das Gerät der zentrale Access-Point im Garten wird.«
DR. KONRAD CHRIST
Harald Aschaber (re.) und Dr. Konrad Christ sind die führenden Köpfe des Projektes STIHL GCI 100. Innerhalb weniger Monate entwickelten sie den Smart Garden Hub, der unter anderem eine ­intelligente Bewässerung ermöglicht.

Und genau an dieser Stelle setzt der STIHL GCI 100 an. Verbunden mit dem hauseigenen Netzwerk kann das Gerät eine Datenbank aufbauen, in der ­neben dem genauen Standort auch die Bewässerungswünsche hinterlegt werden. Nicht nur der Austausch mit Wetterberichten oder Feuchtigkeitssensoren ist möglich, vielmehr geht es um den Aufbau eines kompletten digitalen Ökosystems. „Unser Gerät kann sich komplett mit der digitalen Welt vernetzen“, erklärt Dr. Konrad Christ. So kann die Bewässerung nicht nur sehr viel spezifischer, sondern auch effizienter, kosten- und ressourcensparender erfolgen.

VERNETZT IM TEAM

Überlegungen, nicht nur Produkte untereinander zu vernetzen, sondern den gesamten Garten smart zu machen, gibt es in beiden Häusern schon länger. In Langkampfen, dem Standort der VIKING GmbH, ­sollen die Robotermäher schon bald nicht nur alleine, sondern als Team über die Rasenflächen surren. „Gesteuert wird das Team mit einer App via Smartphone oder Tablet“, erklärt Harald Aschaber. Eine intelligente Software vernetzt die Mähroboter über ein Cloudsystem. Ist der Mähplan einmal erstellt, überträgt der Server die Daten automatisch auf das komplette Team. Ergebnis: Es könnten dann zu­künftig auch große Flächen mit mehreren Geräten gleich­zeitig bearbeitet werden. Generell sind die iMows ein Leuchtturmprojekt in puncto Connected Products und zeigen, wo die Reise für STIHL hin­gehen soll. Sie sind auch die ersten Produkte, die sich via Internet mit dem STIHL GCI 100 verbinden können – so kommen sich Mäh- und Bewässerungsintervalle nicht in die Quere.

»Aus der Zusammenarbeit mit dem Start-up GreenIQ haben wir viel gelernt. Die spezielle ­­Denk- und Arbeitsweise hat den gesamten Entwicklungsprozess sehr geprägt.«
HARALD ASCHABER
Der STIHL GCI 100 ist das erste komplett digitale Produkt, das von STIHL und VIKING gemeinsam entwickelt wurde. Die Basis bilden eine App und der Hub des israelischen Start-ups GreenIQ.

INTERNATIONALE IDEENFINDUNG

Parallel zu den Überlegungen, die in Deutschland und Österreich zu diesem Thema angestellt wurden, entwickelte in Israel das Start-up-Unternehmen GreenIQ eine netzbasierte Plattform für eine effiziente Bewässerung. Das System kontrolliert und regelt die ­Be­wässerung basierend auf aktuellen und zu er­wartenden Wetterdaten. „Damit gelingt es uns, bis ­zu 50 Prozent Wasser zu sparen“, berichtet Firmengründer Odi Dahan stolz. Seine detailverliebte Tüftlerarbeit blieb nicht lange unbemerkt: Im Januar 2017 beteiligte sich STIHL mit rund 35 Prozent an GreenIQ. Eine Entwicklung, die für beide Seiten perfekt passt. „Ich und mein Team sind stolz und glücklich, ein Teil von STIHLs Vision eines smarten Gartens zu sein“, sagt Odi Dahan. Und auf der ­anderen Seite hält die vielzitierte Start-up-Mentalität Einzug.

Geht es doch darum, außerhalb bestehender Strukturen zu denken und zu handeln und manchmal auch Regeln zu brechen, um zum Erfolg zu kommen. „Es geht um Schnelligkeit und pragmatische Ansätze“, darin sind sich die beiden Projektleiter einig. Die extreme Dynamik des Start-up-Partners sei daher mehr als einmal auf sie übergeschwappt.

VON ÜBERALL AUS ZU STEUERN

Das Ergebnis der internationalen Zusammenarbeit ist vor allem die App, über die sich der Smart Garden Hub von jedem Ort der Welt aus steuern und programmieren lässt. Voraussetzung ist einzig eine Internetverbindung. Noch basiert die Anwendung vor allem auf den Software-Lösungen von GreenIQ. „Wir haben darauf aufbauend einige Spezifikationen für unser Gerät ent­wickelt, wollen dem Ursprungsgedanken der App aber nicht in die Quere kommen – denn der ist gut“, unterstreicht Dr. Konrad Christ. Komplett aus eigener Hand kommt das Design des Hubs, das mit der typischen Farbgebung von Orange und Grau seine Herkunft schnell erkennen lässt. Konkret verfügt der Hub neben dem Herzstück – der Platine – über einen integrierten Trafo, Kabeldurchführungen an drei Seiten mit den entsprechenden Abdichtungen sowie viel Stauraum für Ventilkabelleitungen. Die Schutzklasse IP 55 macht den Hub outdoorfähig. Er benötigt keine zusätzlichen Aufputz­dosen und ist mit nur zwei Schrauben einfach an der Hauswand zu montieren.

»Mit den Möglichkeiten der Digitalisierung können wir nicht nur Geräte, sondern den gesamten Garten smart machen.«
DR. KONRAD CHRIST
Eine intensive internationale und interdisziplinäre Zu­sammenarbeit liegt hinter Dr. ­Konrad Christ (li.) und ­Harald Aschaber. Den Erfolg halten sie nun mit dem STIHL GCI 100 in den Händen.
Am VIKING Standort in ­Langkampfen in Tirol ­werden die bodengeführten Garten­geräte – und auch der STIHL GCI 100 – intensiv getestet.

NEUES PRODUKT – NEUE ZIELGRUPPEN

Ansprechen soll die STIHL Neuheit eine große Bandbreite an Zielgruppen. „Durch den Erfolg des iMows wissen wir, dass es nicht nur die eine smarte Zielgruppe gibt“, erklärt Harald Aschaber. Vielmehr gehe es um verschiedene Ansätze, die von den grundsätzlich Interessierten über die digitalaffinen Bastler und die „Silver Ager“ bis hin zu den eher vorsich­tigen Optimierern reichen. Sie alle sollen sich vom STIHL GCI 100 angesprochen fühlen. „Was sie am Ende aus den Möglichkeiten, die ihnen das Produkt bietet, machen, ist ganz individuell“, so Aschaber.

Vertrieben wird der Smart Garden Hub weltweit, vor allem in Südeuropa ist das Interesse groß. Die STIHL Fachhändler im Süden Europas haben bereits Fachwissen rund um Bewässerungssysteme und sind im Alltag auch mit Fragen zum ressourcenschonenden Umgang mit oftmals knappen Wassermengen konfrontiert. „Wir sind überzeugt, dass der STIHL GCI 100 erfolgreich sein wird. Ansatz­punkte gibt es genug und auch der Mehrwert für den Kunden ist allein durch die intelligente Steuerung und die erheblichen Einsparpotenziale gegeben“, betont Dr. Konrad Christ.

WWW.VIKING-GARTEN.DE/UNTERNEHMEN.ASPX
WWW.GREENIQ.COM

Im Garten der Zukunft

Die Mischung macht’s: Der Garten von morgen wird digital gesteuert, aber analog bewirtschaftet. Getreu dem Grundsatz „Dem Menschen die Arbeit mit und in der Natur erleichtern“ schaffen vernetzte Produkte und Services einen echten Kundenmehrwert.

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STIHL GCI 100

Der STIHL GCI 100, der Smart Garden Hub, hat alle Voraussetzungen, in Zukunft der zentrale Access-Point im Garten zu werden.

SERVICE UND BESTELLUNG

Auflistung von Laufzeiten und Serviceintervallen.

ANALYSE

BODENSENSOR / BEWÄSSERUNG

Messung von relevanten Werten zur optimalen und effizienten Bewässerung.

IMOW / SCHWARMINTELLIGENZ

Bei großen Flächen können bis zu zehn untereinander vernetzte iMows gemeinsam die Rasenpflege übernehmen.

ORTUNG / GPS

ONLINE-WETTERDATEN

SOFTWARE / APPS

Vernetzung mit der STIHL App, die unter anderem zur Steuerung der Bewässerung und der Mähintervalle des iMows genutzt werden kann.

AKKU-STATUS / LADEN

Rechtzeitige Hinweise auf aktuelle Akku-Ladestände und benötigte Ladezeiten.

CONNECTED PRODUCTS

Für ein besseres Flottenmanagement: Geräte und ihr Einsatzort können nachverfolgt werden.

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WASSER MARSCH

Mit einem deutlich hörbaren „Klick“ sprangen die Sprinkler im Garten von Odi Dahan an. Mitten in der Nacht, so wie es sein sollte – allerdings bei ­strömendem Regen. Diese Wasser­verschwendung ärgerte den Elektro­-­ingenieur und war gleichzeitig die Geburtsstunde seines eigenen Start-up-Unternehmens. Denn die Suche nach Apps, über die sich Bewässerungsanlagen intelligent und effizient steuern lassen, blieb ohne Ergebnis. Also tüftelte Dahan selbst an einer Lösung, um seinen Garten mit dem ­Internet zu verbinden. Das Ergebnis: GreenIQ Ltd. – ein weltweit agierendes Unternehmen mit Sitz in Tel Aviv. GreenIQ vernetzt den Garten per App, kontrolliert und steuert mit Hilfe von Wetter- und Bodendaten die Bewässerungsintervalle und gibt Auskunft über eventuelle Leitungsschäden. „So lassen sich bis zu 50 Prozent Wasser einsparen“, berichtet Dahan stolz.

Der Wunsch nach Ressourcenschutz kommt nicht von ungefähr: „Unser Land besteht zum Großteil aus Wüste, und doch ist es heute sehr grün. Israel kennt sich aus, wenn es um den effizienten Einsatz von Wasser geht.“ Das Engagement des umtriebigen Israelis blieb nicht unbemerkt: Seit 2017 ist STIHL Partner des erfolgreichen Start­-ups und mit rund 35 Prozent beteiligt.

Odi Dahan (49) gründete 2013 GreenIQ Ltd.. Heute beschäftigt er 16 Mitarbeiter und vertreibt seine Produkte weltweit.

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