Querdenker

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Die Arbeitswelt verändert sich – sie wird schneller, digitaler und ­vielfältiger. Die Verknüpfung von Prozessen, ihre ständige Opti­mierung sowie das stetige Streben nach Ver­besserung sind Themen, die STIHL sehr beschäftigen. Mit der Ausbildung junger Menschen zu Produktionstechnologen trägt das Unternehmen diesem Anspruch Rechnung und nimmt damit eine Vorreiterrolle im Rems-Murr-Kreis ein. Azubi Philipp Kappich zeigt, welche Aufgaben der neue Beruf mit sich bringt.

PHILIPP KAPPICH

Geboren

in Stuttgart am 30. Januar 1997

Ausbildung

Realschulabschluss 2013, Abitur am Ernährungswissenschaftlichen ­Gymnasium in Waiblingen 2016. Seit September 2016 in der Ausbildung zum Produktionstechnologen bei STIHL.

Motivation

Ich darf mit netten Menschen arbeiten, erhalte Einblicke in verschiedene Abteilungen und kann später den Kollegen die Arbeit erleichtern.

JUNIORCENTER

Die eigene STIHL Ausbildungswerkstatt im Waiblinger Werk 6 ist für alle neuen Aus­zubildenden der Startpunkt ihrer Laufbahn. Auch die Produktionstechnologen verbringen die ersten Monate dort und erlernen die ersten Schritte in manueller und maschi­neller Metallbearbeitung sowie die Grund­lagen der Elektrotechnik und Elektronik. Im angeschlossenen Juniorcenter sind sie dann gemeinsam mit anderen Azubis für die Aus­arbeitung und Umsetzung eigener Projekte verantwortlich – etwa eines speziellen Trainingsboards für die neue Säge ­MS 500i, das den STIHL Fachhändlern zu Schulungszwecken zur Verfügung gestellt wird.

»Es geht nicht alleine darum, neue Projekte zu optimieren, sondern auch bestehende Prozesse stetig zu verbessern«
PHILIPP KAPPICH

QUALITÄTSSICHERUNG

Kaum da, schon ein Projekt. So sieht es nahezu an jeder Station aus, die Philipp Kappich während seiner Ausbildung durchläuft. Eigenverantwortliches Arbeiten und der Wille, sich immer wieder in neue Themen- und Technologiefelder einzuarbeiten, ohne dabei den Blick für den gesamten Prozess zu verlieren, sind Voraussetzungen für seinen zukünftigen Beruf. „Unsere Auf­gabe ist nicht nur, eine Antwort zu finden. Es geht vielmehr um belastbare Informationen, auf deren Basis Prozesse vereinfacht und verbessert werden können“, erklärt Kappich. In der Qualitätssicherung steht ein Messmittelvergleich im Fokus: Welche Maschinen sind für welche Arbeiten geeignet, welche Messungen bringen schnelle und zuverlässige Ergebnisse?

BERUFSSCHULE IN AALEN

Papierloser Unterricht – für Philipp Kappich und seine Mitschüler ist das völlig normal. Denn in den Klassen der Technischen Schule (TS) Aalen geht es modern zu – als Musterklasse haben die Produktionstechnologen alle ein Tablet bekommen. Das digitale Büro ist Teil des Unterrichts. Papierarbeitsblätter gibt es kaum noch. Die TS in Aalen ist eine von erst vier Schulen in Deutschland, die die schulische Begleitung dieser Fachrichtung anbieten. Das Hauptfach ist „Berufstheorie Metall“. Seine Lehrer kommen aus der Praxis, haben nahezu alle in der Industrie gearbeitet und sind Quereinsteiger, berichtet Philipp Kappich. Im Laborbereich der Schule steht zudem eine moderne Produktionsstraße, eine Smart Factory, an der den Auszubildenden gezeigt wird, was unter Industrie 4.0 zu verstehen ist.

WWW.TS-AALEN.DE
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Junge Menschen absolvieren aktuell bei STIHL eine Aus­bildung oder ein Duales Studium.
»Aufgrund der aktuellen Entwicklungen verändern sich Planung und Fertigung extrem schnell. Das bedeutet, dass auch wir flexibler aufgestellt sein müssen.«
GÜNTHER KAHN,
STIHL AUSBILDUNGSLEITER

Kunststofffertigung

Ein neues Produkt, eine neue Herausforderung. In der Kunststofffertigung – ebenfalls am Stammsitz in Waiblingen beheimatet – geht es um die Generierung eines neuen Auftrags. Klingt einfach, aber Philipp Kappich muss viele Dinge bei der Umsetzung bedenken: „Welche Maschine eignet sich für das gewünschte Bauteil? An welcher Stelle haben wir dafür Platz? Ist für die Produktion zusätzlicher Personalaufwand nötig?“ Um diese Dinge zu klären, erhält er tiefe Einblicke in die Fertigungsplanung und muss für einen reibungslosen Ablauf auch im SAP-System alle wichtigen Informationen hinter­le­gen. Die Produktionstechnologen sind übrigens die ein­zigen Auszubildenden, die einen eigenen Zugang zu diesem System haben.

»Viele haben erkannt, dass wir die notwendige Verknüpfung von verschiedenen Dis­ziplinen leisten, und unter­stützen unsere Arbeit sehr.«
PHILIPP KAPPICH

MONTAGE

Am STIHL Stammsitz in Waiblingen werden vor allem die Profi-Geräte gefertigt, die von dort aus in die ganze Welt exportiert werden. Ein stetig wachsendes Produktportfolio bringt Veränderungen in der Montage mit sich. Bei der Planung einer neuen Fertigungsstruktur sind auch die an­gehenden Produktionstechnologen gefragt. Philipp Kappich verknüpft bei seiner Arbeit Erkenntnisse aus den Bereichen Entwicklung und Montage, prüft, testet und kommt durch spezielle Methoden zu neuen Erkenntnissen, die in die Planung einfließen. „Es ist eine optimale Verknüpfung von Arbeitsalltag und schu­lischen Inhalten“, sagt der 21-Jährige.

Schienenfertigung

Manchmal besteht Philipp Kappichs Alltag auch aus viel Fleißarbeit. Um nachhaltig arbeiten und Verbesserungen anstoßen zu können, muss er über ­alle möglichen Informationen verfügen. Und die stehen manchmal an vielen unterschiedlichen Stellen und werden mitunter recht kreativ gesammelt – wie etwa in der Schienenfertigung, wo es darum geht, einen Wartungsplan für bestimmte Maschinen zu optimieren. „So erinnert uns das System rechtzeitig daran, Verschleißteile auszutauschen, und wir beugen unnötigen Ausfällen vor.“

Im weiteren Verlauf seiner Ausbildung wird Philipp Kappich in der Produktionsplanungtätig sein. Dort werden Prozesse und Technologien entwickelt und verbessert, die später in der Fertigung zum Einsatz kommen. In diesem Bereich machen die Produktionstechnologen auch ihre Abschlussprüfung.

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Schienen wurden 2017 am STIHL Standort in Waiblingen gefertigt.

AUSBILDUNGSBERUF PRODUKTIONSTECHNOLOGE

MITTEN DRIN

Die Ausbildung zum Produktionstechnologen gibt es in Deutschland seit 2008. Im Rems-Murr-Kreis ist STIHL 2016 die erste Firma, die jungen Menschen diese besondere Laufbahn ermöglicht. Während der dreijährigen Ausbildung sammeln die Azubis Expertenwissen in Entwicklung, Instand­haltung und technischem Support – und werden in allen Bereichen der Fertigung eingesetzt.

Ziel ist es, dass sie mit ihrem ganzheit­lichen Blick Schwachstellen im Produktionsprozess erkennen, bei dessen Optimierung helfen und so für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Der Einblick in alle Bereiche der Produktion eröffnet eine Vielzahl an Perspektiven: „Nach der Ausbildung sind die Produktionstechnologen an jeder Schnittstelle des Fertigungsprozesses einsetzbar“, sagt STIHL Ausbildungsleiter Günther Kahn. Voraussetzung ist die Fachhochschulreife oder das Abitur, gerne gesehen sind auch erste Universi­täts­erfahrungen. „Bewerber brauchen eine hohe Kommunikationsfähigkeit, soziale Kompetenz, persönliche Reife und viel Selbstverantwortung“, erläutert Kahn.

WWW.STIHL.DE/KARRIERE

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